Leseverstehen: Texte und Artikel¶
B1-Prüfungsvorbereitung: Blogbeiträge, Zeitungsartikel und Informationstexte. 12 Texte zu den häufigsten Prüfungsthemen mit Vokabeln und Verständnisfragen.
Teil 1: Blogbeiträge und persönliche Texte¶
Text 1: Umzug in eine neue Stadt¶
Thema: Wohnen, Umzug, Stadt vs. Land
Vor drei Monaten bin ich von einem kleinen Dorf in Niedersachsen nach Hamburg umgezogen, weil ich dort eine neue Stelle als Grafikdesignerin gefunden habe. Am Anfang war ich total begeistert: so viele Restaurants, Kinos und Geschäfte! Man kann abends um elf noch etwas essen gehen, und die öffentlichen Verkehrsmittel fahren fast die ganze Nacht.
Aber ehrlich gesagt — es war auch schwer. In meinem Dorf kannte ich jeden. Hier kenne ich fast niemanden. Die Nachbarn in meinem Mehrfamilienhaus grüßen kaum, und manchmal fühle ich mich ziemlich einsam. Alles ist teurer, besonders die Miete. Für meine kleine Zweizimmerwohnung zahle ich 850 Euro warm — in meinem Dorf hätte ich dafür ein ganzes Haus bekommen!
Langsam wird es aber besser. Ich habe mich bei einem Sportverein angemeldet und gehe zweimal pro Woche zum Volleyball. Dort habe ich schon ein paar nette Leute kennengelernt. Außerdem telefoniere ich jeden Sonntag mit meinen alten Freunden. Ich vermisse sie zwar, aber ich bereue den Umzug nicht. Manchmal muss man einfach etwas Neues wagen, auch wenn es am Anfang unbequem ist.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| umziehen | to move (house) | A2 |
| begeistert | enthusiastic, excited | B1 |
| die Verkehrsmittel (Pl.) | means of transport | A2 |
| das Mehrfamilienhaus | apartment building | B1 |
| einsam | lonely | B1 |
| die Miete | rent | A2 |
| der Sportverein | sports club | A2 |
| kennenlernen | to get to know | A2 |
| vermissen | to miss (someone) | B1 |
| etwas wagen | to dare something | B1 |
Grammatik im Text: - Perfekt mit "sein": bin umgezogen, habe kennengelernt — Bewegungsverben mit "sein", andere mit "haben" - Konjunktiv II (irreale Bedingung): hätte ich dafür ein ganzes Haus bekommen — irrealer Vergleich mit der Vergangenheit - Kausaler Nebensatz mit "weil": weil ich dort eine neue Stelle gefunden habe — Verb am Ende
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Lisa ist nach Hamburg gezogen, weil sie dort studieren wollte.
- Was gefällt Lisa an Hamburg?
- Warum fühlt sie sich manchmal einsam?
- Wie viel zahlt Lisa für ihre Wohnung?
- Was hat Lisa getan, um neue Leute kennenzulernen?
Text 2: Mein erster Job in Deutschland¶
Thema: Arbeit, Integration, Kulturschock
Ich heiße Andrei und komme aus Rumänien. Vor zwei Jahren bin ich nach Deutschland gekommen, um als Ingenieur zu arbeiten. Mein Deutsch war damals schon ganz gut — ich hatte B1 — aber die Arbeitswelt in Deutschland war trotzdem ein kleiner Schock für mich.
Das Erste, was mir aufgefallen ist: die Pünktlichkeit. Bei uns heißt "um neun" ungefähr "zwischen neun und halb zehn". Hier heißt "um neun" wirklich um neun. Am ersten Tag kam ich fünf Minuten zu spät, und mein Chef hat mich sofort darauf angesprochen. Ich war total peinlich berührt, aber er hat es freundlich erklärt.
Auch die Sache mit "Du" und "Sie" war verwirrend. In meinem Team sagen alle "Du" zueinander, aber den Chef und die Kunden sprechen wir mit "Sie" an. Einmal habe ich aus Versehen "Du" zu einem Kunden gesagt — zum Glück hat er nur gelacht.
Was mich am meisten überrascht hat: Wie hilfsbereit meine Kollegen waren. Eine Kollegin hat mir geholfen, einen Termin beim Einwohnermeldeamt zu machen. Ein anderer hat mir erklärt, wie die Steuererklärung funktioniert. Ohne diese Hilfe hätte ich mich am Anfang noch verlorener gefühlt. Heute fühle ich mich im Team richtig wohl, und Deutschland ist mein Zuhause geworden.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| die Arbeitswelt | the working world | B1 |
| die Pünktlichkeit | punctuality | B1 |
| ansprechen (auf etw.) | to address (about sth.) | B1 |
| peinlich berührt | embarrassed | B1 |
| verwirrend | confusing | B1 |
| aus Versehen | by accident | B1 |
| hilfsbereit | helpful, willing to help | B1 |
| das Einwohnermeldeamt | residents' registration office | B1 |
| die Steuererklärung | tax return | B1 |
| das Zuhause | home (emotional sense) | A2 |
Grammatik im Text: - Relativsatz: Das Erste, was mir aufgefallen ist — Relativpronomen "was" nach "das Erste" - Konjunktiv II mit "hätte": hätte ich mich noch verlorener gefühlt — irreale Aussage - Temporale Struktur: Vor zwei Jahren bin ich gekommen — Zeitangabe + Perfekt
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Andrei konnte kein Deutsch, als er nach Deutschland kam.
- Was war für Andrei an der deutschen Arbeitswelt überraschend?
- Wann benutzt man in Andreis Firma "Du" und wann "Sie"?
- Was ist Andrei mit einem Kunden passiert?
- Wie haben seine Kollegen ihm geholfen?
Text 3: Gesund leben — aber wie?¶
Thema: Gesundheit, Ernährung, Sport
Im Januar habe ich mir vorgenommen, endlich gesünder zu leben. Jedes Jahr sage ich das, und jedes Jahr halte ich es höchstens bis Februar durch. Aber dieses Mal wollte ich es wirklich schaffen.
Ich habe angefangen, dreimal pro Woche joggen zu gehen. Die ersten zwei Wochen waren furchtbar. Ich war nach fünf Minuten total außer Atem und hatte danach überall Muskelkater. Aber meine Freundin hat mich motiviert — wir sind zusammen gelaufen, und das hat geholfen, weil man zu zweit nicht so leicht aufgibt.
Beim Essen habe ich auch einiges verändert. Früher habe ich oft Fertiggerichte gegessen, weil ich abends zu müde zum Kochen war. Jetzt bereite ich am Sonntag Essen für die ganze Woche vor — das nennt man "Meal Prep". Mehr Gemüse, weniger Zucker, und vor allem: genug Wasser trinken. Ich habe mir eine App heruntergeladen, die mich daran erinnert.
Nach drei Monaten kann ich sagen: Es funktioniert, wenn man realistische Ziele setzt. Ich esse nicht perfekt, und manchmal fällt das Training aus. Aber ich fühle mich insgesamt besser, schlafe tiefer und bin tagsüber weniger müde. Das Wichtigste war für mich: Kleine Schritte, nicht alles auf einmal umstellen.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| sich vornehmen | to resolve to do sth. | B1 |
| durchhalten | to persevere, keep going | B1 |
| außer Atem | out of breath | B1 |
| motivieren | to motivate | A2 |
| aufgeben | to give up | B1 |
| verändern | to change (sth.) | B1 |
| das Fertiggericht | ready meal | B1 |
| erinnern (an) | to remind (of) | A2 |
| realistisch | realistic | B1 |
| umstellen | to change over, adjust | B1 |
Grammatik im Text: - Trennbare Verben im Perfekt: habe vorgenommen, halte durch, gibt auf — Vorsilbe trennt sich - Finalsatz mit "um ... zu": (implizit in der Struktur) — Ziel ausdrücken - Komparativ: weniger müde, besser, tiefer — Vergleich mit dem früheren Zustand
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Der Autor hat zum ersten Mal versucht, gesünder zu leben.
- Was hat dem Autor beim Joggen geholfen?
- Was ist "Meal Prep"?
- Wie hat der Autor seine Ernährung verändert?
- Was ist laut dem Autor das Wichtigste, wenn man gesünder leben will?
Text 4: Digital Detox — eine Woche ohne Handy¶
Thema: Medien, Technik, Alltagsgewohnheiten
Letzte Woche habe ich ein Experiment gemacht: sieben Tage ohne Smartphone. Kein WhatsApp, kein Instagram, keine E-Mails auf dem Handy. Ich wollte wissen, ob ich das überhaupt noch schaffe — und was passiert, wenn man plötzlich nicht mehr erreichbar ist.
Der erste Tag war der schlimmste. Ich habe bestimmt zwanzigmal in meine Hosentasche gegriffen, obwohl das Handy im Schrank lag. Im Bus wusste ich nicht, wohin ich schauen sollte. Alle um mich herum starrten auf ihre Bildschirme, und ich saß einfach da. Es war erstaunlich ungewohnt, nichts zu tun.
Ab dem dritten Tag wurde es leichter. Ich habe angefangen, morgens Zeitung zu lesen — eine richtige, aus Papier. Abends habe ich ein Buch gelesen statt durch Social Media zu scrollen. Ich habe besser geschlafen, weil ich vor dem Einschlafen kein blaues Licht mehr im Gesicht hatte. Und ich habe gemerkt, wie viel Zeit ich normalerweise am Handy verschwende — laut meiner App waren es vorher fast vier Stunden am Tag!
Würde ich es wieder machen? Auf jeden Fall — aber vielleicht nicht eine ganze Woche. Zwei bis drei Tage im Monat ohne Handy finde ich sinnvoll. Man merkt dann wieder, was wirklich wichtig ist: echte Gespräche, frische Luft und die Welt um einen herum.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| das Experiment | experiment | A2 |
| schaffen | to manage, accomplish | B1 |
| erreichbar | reachable, available | B1 |
| die Hosentasche | trouser pocket | A2 |
| der Bildschirm | screen | B1 |
| ungewohnt | unfamiliar, unusual | B1 |
| scrollen | to scroll | B1 |
| verschwenden | to waste | B1 |
| sinnvoll | sensible, meaningful | B1 |
| das Gespräch | conversation | A2 |
Grammatik im Text: - Konzessivsatz mit "obwohl": obwohl das Handy im Schrank lag — Gegensatz ausdrücken - Konjunktiv II (Frage): Würde ich es wieder machen? — hypothetische Frage - Temporaler Übergang: Ab dem dritten Tag, Letzte Woche — Zeitliche Entwicklung strukturieren
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Der Autor hat auch seinen Computer nicht benutzt.
- Was war am ersten Tag besonders schwer?
- Was hat der Autor ab dem dritten Tag anders gemacht?
- Wie viele Stunden hat der Autor normalerweise am Handy verbracht?
- Will der Autor das Experiment noch einmal machen? Unter welcher Bedingung?
Teil 2: Zeitungsartikel und Berichte¶
Text 5: Ehrenamt: Warum junge Menschen helfen¶
Thema: Ehrenamt, Gesellschaft, Engagement
Berlin — Laut einer neuen Studie des Bundesministeriums engagieren sich in Deutschland rund 29 Millionen Menschen ehrenamtlich. Besonders überraschend: Der Anteil der 16- bis 30-Jährigen ist in den letzten fünf Jahren um 12 Prozent gestiegen.
Die Gründe dafür sind vielfältig. "Ich möchte etwas Sinnvolles tun und nicht nur für mich selbst leben", sagt Lena Meier (23), die zweimal pro Woche in einer Suppenküche arbeitet. Für viele junge Menschen ist Ehrenamt auch eine Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu lernen und Berufserfahrung zu sammeln. Das bestätigt auch die Studie: 68 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr freiwilliges Engagement ihnen bei der Jobsuche geholfen hat.
Besonders beliebt sind Bereiche wie Umweltschutz, Flüchtlingshilfe und Nachhilfe für Kinder aus sozial schwachen Familien. Auch digitales Ehrenamt nimmt zu — zum Beispiel Programmieren für gemeinnützige Organisationen oder Online-Mentoring.
Kritiker bemängeln allerdings, dass Ehrenamt oft Aufgaben übernimmt, die eigentlich der Staat finanzieren sollte. "Es ist wunderbar, dass so viele helfen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass zum Beispiel Bildung eine staatliche Aufgabe ist", warnt der Soziologe Prof. Thomas Berger.
Trotz dieser Kritik zeigt die Studie: Die Bereitschaft zu helfen ist in Deutschland nach wie vor sehr hoch — und das macht Hoffnung.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| ehrenamtlich | voluntary (unpaid) | B1 |
| die Studie | study, survey | B1 |
| steigen | to rise, increase | B1 |
| sinnvoll | meaningful, sensible | B1 |
| die Suppenküche | soup kitchen | B1 |
| die Berufserfahrung | professional experience | B1 |
| freiwillig | voluntary | B1 |
| die Nachhilfe | tutoring | B1 |
| bemängeln | to criticize | B2 |
| die Bereitschaft | willingness, readiness | B1 |
Grammatik im Text: - Passiv: finanzieren sollte (Passiv-Ersatz mit Modalverb) — typisch für formelle Texte - Indirekte Rede: gaben an, dass ihr Engagement ihnen geholfen hat — Berichterstattung - Partizip als Adjektiv: der Befragten, gemeinnützige Organisationen — häufig in Zeitungsartikeln
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Weniger junge Menschen engagieren sich ehrenamtlich als früher.
- Warum arbeitet Lena Meier in einer Suppenküche?
- Wie kann Ehrenamt bei der Jobsuche helfen?
- Was kritisiert Professor Berger am Ehrenamt?
- In welchen Bereichen engagieren sich junge Menschen besonders gern?
Text 6: Immer mehr Deutsche fahren mit dem Fahrrad¶
Thema: Verkehr, Umwelt, Mobilität
München — Deutschland wird zum Fahrradland — zumindest langsam. Nach Angaben des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) ist die Zahl der täglichen Radfahrer in deutschen Großstädten seit 2019 um 25 Prozent gestiegen. Besonders in Städten wie Münster, Freiburg und Berlin gehört das Fahrrad längst zum Alltag.
Ein Grund für den Trend ist die wachsende Sorge um die Umwelt. "Jeder Kilometer, den ich mit dem Rad statt mit dem Auto fahre, spart CO2", erklärt die Verkehrsplanerin Dr. Katja Scholz. Aber auch die steigenden Benzinpreise und die Suche nach günstigen Alternativen spielen eine Rolle. Ein weiterer Faktor: E-Bikes. Sie machen das Radfahren auch für ältere Menschen und Pendler mit längeren Strecken attraktiv.
Allerdings gibt es noch Probleme. Viele Städte haben zu wenige sichere Radwege. In einer Umfrage gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie sich im Straßenverkehr auf dem Fahrrad unsicher fühlen. Unfälle zwischen Autos und Fahrrädern passieren vor allem an Kreuzungen, weil Autofahrer die Radfahrer oft übersehen.
Die Bundesregierung hat deshalb einen neuen Radverkehrsplan beschlossen: Bis 2030 sollen 10.000 Kilometer neue Radwege gebaut werden, und jede Stadt über 100.000 Einwohner soll ein zusammenhängendes Radwegenetz bekommen. Ob diese Pläne umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| das Fahrradland | cycling country | B1 |
| der Alltag | everyday life | A2 |
| die Verkehrsplanerin | traffic planner | B1 |
| der Benzinpreis | petrol/gas price | B1 |
| der Pendler | commuter | B1 |
| der Radweg | cycle path | B1 |
| unsicher | unsafe, insecure | A2 |
| die Kreuzung | intersection, crossroads | A2 |
| zusammenhängend | connected, continuous | B1 |
| umsetzen | to implement | B1 |
Grammatik im Text: - Passiv mit Modalverb: sollen gebaut werden — Zukunftspläne beschreiben - Relativsatz: Jeder Kilometer, den ich mit dem Rad fahre — Bezug auf Akkusativobjekt - Konsekutive Verbindung: deshalb, vor allem — Folge und Schwerpunkt ausdrücken
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? In allen deutschen Städten fahren mehr Menschen Fahrrad.
- Welche drei Gründe nennt der Artikel für den Fahrrad-Trend?
- Warum fühlen sich viele Radfahrer unsicher?
- Was plant die Bundesregierung?
- Was bedeutet der letzte Satz "Ob diese Pläne umgesetzt werden, bleibt abzuwarten"?
Text 7: Homeoffice: Fluch oder Segen?¶
Thema: Arbeit, Digitalisierung, Work-Life-Balance
Frankfurt — Während der Corona-Pandemie mussten Millionen Deutsche plötzlich von zu Hause arbeiten. Inzwischen ist die Pandemie vorbei, aber das Homeoffice ist geblieben. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts arbeiten 24 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland regelmäßig von zu Hause — vor Corona waren es nur 4 Prozent.
Die Vorteile sind klar: kein Pendeln, flexible Arbeitszeiten und mehr Zeit für die Familie. "Ich spare jeden Tag anderthalb Stunden Fahrtzeit", sagt der IT-Berater Markus Weber. "Diese Zeit verbringe ich jetzt mit meinen Kindern."
Aber es gibt auch Nachteile. Viele Arbeitnehmer berichten, dass die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmt. Man sitzt abends noch am Laptop, weil "nur eine E-Mail" beantwortet werden muss. Psychologen warnen vor Isolation und fehlenden sozialen Kontakten. "Der Plausch in der Kaffeeküche klingt unwichtig, ist aber für das Teamgefühl entscheidend", erklärt die Arbeitspsychologin Dr. Nina Fuchs.
Viele Unternehmen setzen deshalb auf hybride Modelle: zwei bis drei Tage Homeoffice, den Rest im Büro. So verbindet man Flexibilität mit persönlichem Kontakt. Einige große Firmen fordern allerdings die komplette Rückkehr ins Büro — sehr zum Ärger vieler Mitarbeiter.
Klar ist: Die Arbeitswelt hat sich durch Corona dauerhaft verändert. Wie genau das Büro der Zukunft aussieht, darüber wird noch diskutiert.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| der/die Beschäftigte | employee | B1 |
| der Vorteil | advantage | A2 |
| die Fahrtzeit | commute time | B1 |
| der Nachteil | disadvantage | A2 |
| die Grenze | border, boundary | B1 |
| verschwimmen | to blur | B2 |
| das Teamgefühl | team spirit | B1 |
| hybrid | hybrid | B1 |
| die Rückkehr | return | B1 |
| dauerhaft | permanent, lasting | B1 |
Grammatik im Text: - Passiv Präteritum: mussten arbeiten — Modalverb + Infinitiv im Präteritum - Indirekte Rede mit "dass": berichten, dass die Grenze verschwimmt — typisch für Berichte - Adversative Konnektoren: aber, allerdings — Gegensätze aufzeigen
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Vor Corona hat fast niemand in Deutschland von zu Hause gearbeitet.
- Welche Vorteile nennt Markus Weber?
- Warum ist das Homeoffice laut Psychologen problematisch?
- Was ist ein "hybrides Modell"?
- Wie reagieren Mitarbeiter, wenn Firmen die Rückkehr ins Büro fordern?
Text 8: Mülltrennung: Deutschland und die Welt¶
Thema: Umwelt, Landeskunde, Recycling
Wer zum ersten Mal nach Deutschland kommt, ist oft überrascht: In deutschen Küchen stehen nicht ein, sondern vier oder fünf verschiedene Mülleimer. Biomüll, Restmüll, Papier, Plastik und Glas — alles wird getrennt. Für viele Ausländer ist die deutsche Mülltrennung erst einmal verwirrend, für die Deutschen selbst ist sie völlig normal.
Deutschland gilt weltweit als Vorbild beim Recycling. Rund 67 Prozent des Hausmülls werden recycelt — das ist einer der höchsten Werte weltweit. Das System funktioniert über den "Grünen Punkt": Hersteller bezahlen eine Gebühr für die Verpackung ihrer Produkte, und dieses Geld finanziert die Entsorgung und das Recycling.
Besonders bekannt ist auch das deutsche Pfandsystem. Für jede Plastik- oder Glasflasche zahlt man 8 bis 25 Cent Pfand, die man am Automaten im Supermarkt zurückbekommt. Das motiviert die Menschen, Flaschen nicht einfach wegzuwerfen. Einige Länder wie Norwegen und die Niederlande haben ähnliche Systeme eingeführt.
Aber das System ist nicht perfekt. Kritiker weisen darauf hin, dass Deutschland zwar gut trennt, aber trotzdem zu viel Verpackungsmüll produziert. Pro Kopf erzeugt Deutschland mehr Plastikmüll als der EU-Durchschnitt. "Trennen ist gut, Vermeiden ist besser" — so lautet das Motto vieler Umweltschützer. Sie fordern weniger Einwegplastik und mehr unverpackte Produkte in Supermärkten.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| der Mülleimer | rubbish bin | A2 |
| die Mülltrennung | waste separation | B1 |
| das Vorbild | role model, example | B1 |
| die Gebühr | fee, charge | B1 |
| die Entsorgung | waste disposal | B1 |
| das Pfandsystem | deposit-return system | B1 |
| zurückbekommen | to get back | A2 |
| wegwerfen | to throw away | A2 |
| der Verpackungsmüll | packaging waste | B1 |
| unverpackt | unpackaged, package-free | B1 |
Grammatik im Text: - Passiv Präsens: werden recycelt, wird getrennt — Prozesse beschreiben - Vergleich: einer der höchsten Werte, mehr Plastikmüll als der EU-Durchschnitt — Superlativ und Komparativ - Konzessivsatz mit "zwar ... aber": Deutschland zwar gut trennt, aber trotzdem zu viel produziert — Einschränkung
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? In Deutschland gibt es nur drei verschiedene Mülltonnen.
- Wie viel Prozent des Hausmülls wird in Deutschland recycelt?
- Was ist das Pfandsystem und wie funktioniert es?
- Was kritisieren Umweltschützer am deutschen System?
- Was bedeutet das Motto "Trennen ist gut, Vermeiden ist besser"?
Teil 3: Ratgeber und Informationstexte¶
Text 9: Tipps für die Wohnungssuche¶
Thema: Wohnen, praktische Tipps
Eine Wohnung in Deutschland zu finden, ist in vielen Städten sehr schwierig geworden. Besonders in München, Berlin, Hamburg und Frankfurt sind die Mieten hoch und das Angebot knapp. Aber mit der richtigen Strategie hat man bessere Chancen.
Wo suchen? Die wichtigsten Plattformen sind ImmobilienScout24 und WG-Gesucht (für Wohngemeinschaften). Aber auch lokale Zeitungen und schwarze Bretter in Supermärkten können helfen. Tipp: Schalten Sie auch selbst eine Suchanzeige — manchmal melden sich Vermieter direkt.
Was braucht man? Zur Besichtigung sollte man eine Bewerbungsmappe mitbringen. Darin sollten sein: eine Kopie des Personalausweises, die letzten drei Gehaltsabrechnungen, eine Mieterselbstauskunft und eine Schufa-Auskunft. Die Schufa-Auskunft zeigt dem Vermieter, dass man kreditwürdig ist. Man kann sie einmal im Jahr kostenlos online beantragen.
Was sollte man fragen? Wichtige Fragen bei der Besichtigung: Wie hoch sind die Nebenkosten? Wann kann man einziehen? Gibt es eine Einbauküche, oder muss man selbst eine kaufen? Wie sind die Nachbarn? Gibt es einen Keller oder eine Waschmaschine im Haus?
Wichtig: Unterschreiben Sie keinen Mietvertrag, den Sie nicht verstehen. Lassen Sie ihn im Zweifelsfall von einem Mieterverein prüfen. Die Mitgliedschaft kostet etwa 60-90 Euro pro Jahr und kann viel Ärger ersparen.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| das Angebot | supply, offer | A2 |
| die Wohngemeinschaft (WG) | shared apartment | A2 |
| die Besichtigung | viewing (of apartment) | B1 |
| die Bewerbungsmappe | application folder | B1 |
| die Gehaltsabrechnung | pay slip | B1 |
| die Schufa-Auskunft | credit report | B1 |
| kreditwürdig | creditworthy | B2 |
| die Nebenkosten | utilities, additional costs | B1 |
| der Mietvertrag | rental contract | B1 |
| der Mieterverein | tenants' association | B1 |
Grammatik im Text: - Imperativ (Sie-Form): Unterschreiben Sie keinen Mietvertrag, Lassen Sie ihn prüfen — höfliche Ratschläge - Modalverb "sollte": sollte man mitbringen — Empfehlung - Partizip als Adjektiv: die letzten drei Gehaltsabrechnungen — Adjektivdeklination
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Man kann die Schufa-Auskunft nur bei der Bank bekommen.
- Was sollte man zu einer Wohnungsbesichtigung mitbringen?
- Wo kann man in Deutschland nach Wohnungen suchen?
- Was empfiehlt der Text, bevor man einen Mietvertrag unterschreibt?
- Warum sollte man auch selbst eine Suchanzeige schalten?
Text 10: Was tun bei Krankheit? Rechte und Pflichten¶
Thema: Gesundheit, Arbeit, Rechte
In Deutschland haben Arbeitnehmer das Recht, bei Krankheit zu Hause zu bleiben, ohne dass sie gekündigt werden dürfen. Aber es gibt Regeln, die man kennen und einhalten muss.
Am ersten Tag: Wenn Sie krank sind, müssen Sie Ihren Arbeitgeber so früh wie möglich informieren — am besten vor Arbeitsbeginn. Ein Anruf oder eine E-Mail genügt. Sie müssen nicht sagen, welche Krankheit Sie haben — nur, dass Sie krank sind und wie lange Sie voraussichtlich fehlen werden.
Ab dem dritten Tag: Seit 2023 wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (auch "Krankschreibung" oder umgangssprachlich "gelber Schein" genannt) direkt vom Arzt elektronisch an die Krankenkasse geschickt. Der Arbeitgeber kann sie dort abrufen. Aber Achtung: Manche Arbeitgeber verlangen die Bescheinigung schon ab dem ersten Tag — das steht dann im Arbeitsvertrag.
Wie lange bekommt man Geld? In den ersten sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber den vollen Lohn weiter — das nennt man Lohnfortzahlung. Danach übernimmt die Krankenkasse und zahlt Krankengeld: etwa 70 Prozent des Bruttolohns, aber maximal 90 Prozent des Nettolohns. Krankengeld bekommt man bis zu 78 Wochen.
Wichtig: Auch wenn Sie krank sind, dürfen Sie nicht alles tun. Wer krankgeschrieben ist und trotzdem feiern geht oder Sport treibt, riskiert eine Abmahnung oder sogar die Kündigung. Die Krankschreibung bedeutet, dass man sich erholen soll — nicht, dass man frei hat.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| kündigen | to fire, to terminate | B1 |
| einhalten | to comply with, observe | B1 |
| voraussichtlich | presumably, expected | B1 |
| die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung | sick note / certificate | B1 |
| die Krankenkasse | health insurance company | A2 |
| abrufen | to retrieve, access | B1 |
| der Arbeitsvertrag | employment contract | B1 |
| die Lohnfortzahlung | continued payment of wages | B2 |
| das Krankengeld | sick pay (from insurance) | B1 |
| die Abmahnung | written warning | B1 |
Grammatik im Text: - Passiv mit Modalverb: dürfen gekündigt werden, kann abgerufen werden — Rechte und Regeln - Temporale Präpositionen: ab dem dritten Tag, in den ersten sechs Wochen — Fristen beschreiben - Relativsatz: Wer krankgeschrieben ist und trotzdem feiern geht — Bedingungssatz mit "wer"
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Man muss dem Arbeitgeber sagen, welche Krankheit man hat.
- Wann muss man den Arbeitgeber informieren?
- Was hat sich 2023 bei der Krankschreibung geändert?
- Wie lange zahlt der Arbeitgeber den vollen Lohn?
- Was kann passieren, wenn man krankgeschrieben ist, aber Sport treibt?
Text 11: Elternzeit in Deutschland¶
Thema: Familie, Arbeit, Elternschaft
In Deutschland haben Eltern das Recht auf Elternzeit — eine berufliche Pause, um sich um ihr neugeborenes Kind zu kümmern. Dieses Recht haben alle Arbeitnehmer, egal ob Mutter oder Vater, und der Arbeitgeber darf es nicht ablehnen.
Wie lange? Jeder Elternteil kann bis zu drei Jahre Elternzeit nehmen — pro Kind. Man kann die Zeit am Stück nehmen oder in bis zu drei Abschnitte aufteilen. Wichtig: Man muss die Elternzeit mindestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn beim Arbeitgeber schriftlich anmelden.
Elterngeld: Während der Elternzeit bekommt man Elterngeld vom Staat. Es beträgt in der Regel 65 bis 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens, mindestens aber 300 Euro und höchstens 1.800 Euro pro Monat. Das Basiselterngeld wird bis zu 14 Monate gezahlt, wenn beide Elternteile mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen — die sogenannten "Partnermonate". Es gibt auch ElterngeldPlus für Eltern, die während der Elternzeit Teilzeit arbeiten möchten.
Zurück in den Job: Nach der Elternzeit hat man das Recht, auf seinen alten Arbeitsplatz oder einen gleichwertigen Platz zurückzukehren. Während der Elternzeit besteht ein besonderer Kündigungsschutz — der Arbeitgeber darf einem also nicht kündigen.
Realität: Obwohl das Gesetz für beide Elternteile gilt, nehmen in der Praxis immer noch deutlich mehr Mütter als Väter Elternzeit. Etwa 26 Prozent der Väter nehmen Elternzeit, die meisten davon jedoch nur die zwei Partnermonate.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| die Elternzeit | parental leave | B1 |
| ablehnen | to reject, decline | B1 |
| der Abschnitt | period, section | B1 |
| anmelden | to register, notify | A2 |
| das Nettoeinkommen | net income | B1 |
| die Partnermonate | partner months | B1 |
| die Teilzeit | part-time (work) | A2 |
| der Arbeitsplatz | workplace, position | A2 |
| der Kündigungsschutz | protection against dismissal | B1 |
| gleichwertig | equivalent, of equal value | B1 |
Grammatik im Text: - Passiv mit werden: wird gezahlt, darf nicht abgelehnt werden — Rechte und Gesetze beschreiben - Konzessivsatz mit "obwohl": Obwohl das Gesetz für beide gilt — Widerspruch zur Realität - Infinitiv mit "zu": um sich um ihr Kind zu kümmern — Finalsatz
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Nur Mütter haben in Deutschland das Recht auf Elternzeit.
- Wie lange darf man maximal Elternzeit nehmen?
- Was sind die "Partnermonate"?
- Wie viel Elterngeld bekommt man ungefähr?
- Warum nimmt der Text eine kritische Position zur Realität der Elternzeit ein?
Text 12: So funktioniert das deutsche Schulsystem¶
Thema: Bildung, Schule, Landeskunde
Das deutsche Schulsystem ist föderalistisch organisiert — das bedeutet, dass jedes der 16 Bundesländer eigene Regeln für Schulen hat. Trotzdem gibt es eine gemeinsame Grundstruktur.
Alle Kinder gehen zunächst vier Jahre (in Berlin und Brandenburg sechs Jahre) auf die Grundschule. Dort lernen sie Lesen, Schreiben, Rechnen und erste Sachkunde. Nach der Grundschule wird es kompliziert, denn die Kinder werden auf verschiedene Schulformen aufgeteilt:
Die Hauptschule (Klasse 5-9/10) bereitet vor allem auf handwerkliche und praktische Berufe vor. Die Realschule (Klasse 5-10) bietet eine breitere Bildung und endet mit der "Mittleren Reife". Das Gymnasium (Klasse 5-12/13) führt zum Abitur, das man für ein Studium an der Universität braucht. Außerdem gibt es die Gesamtschule, die alle drei Schulformen unter einem Dach vereint.
Eine Besonderheit des deutschen Systems ist die duale Ausbildung: Jugendliche lernen einen Beruf gleichzeitig in einem Betrieb und in der Berufsschule. Dieses System wird international sehr geschätzt — Länder wie Spanien und Indien haben es teilweise übernommen. Die Ausbildung dauert in der Regel zwei bis dreieinhalb Jahre und ist in über 300 verschiedenen Berufen möglich.
Kritik: Viele Experten kritisieren, dass die Aufteilung nach der Grundschule zu früh kommt. Studien zeigen, dass Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen seltener auf das Gymnasium gehen — auch wenn sie gute Noten haben. Die Chancengleichheit im deutschen Schulsystem bleibt also ein wichtiges Thema.
Nützliche Vokabeln:
| Wort | Bedeutung | Niveau |
|---|---|---|
| föderalistisch | federalist | B2 |
| die Grundschule | primary school | A2 |
| die Schulform | type of school | B1 |
| handwerklich | manual, craft-related | B1 |
| das Gymnasium | academic secondary school | A2 |
| das Studium | university studies | A2 |
| die duale Ausbildung | dual vocational training | B1 |
| die Berufsschule | vocational school | B1 |
| das Einkommen | income | B1 |
| die Chancengleichheit | equal opportunities | B1 |
Grammatik im Text: - Relativsatz mit Präposition: (implizit) — komplexere Satzstrukturen in Informationstexten - Passiv Präsens: werden aufgeteilt, wird geschätzt — neutrale Beschreibung von Systemen - Kausaler Nebensatz mit "denn": denn die Kinder werden aufgeteilt — Erklärung nach Hauptsatz
Verständnisfragen:
- Richtig oder falsch? Das Schulsystem ist in ganz Deutschland genau gleich.
- Wie lange dauert die Grundschule normalerweise?
- Welchen Schulabschluss braucht man, um an einer Universität zu studieren?
- Was ist die "duale Ausbildung"?
- Warum kritisieren Experten das deutsche Schulsystem?
Häufige B1-Prüfungsthemen — Übersicht¶
Diese Tabelle zeigt, welche Themen in B1-Prüfungen häufig vorkommen und wo sie im Lernmaterial behandelt werden.
| Thema | Wo im Lernmaterial? |
|---|---|
| Wohnen & Umzug | Text 1, 9 + Dialoge 20 (Behörde) + Landeskunde 25 (Anmeldung) |
| Arbeit & Beruf | Text 2, 7, 10 + Dialoge 13, 18 + Verben 02 |
| Gesundheit | Text 3, 10 + Dialoge 21 + Verben 04 (husten) |
| Medien & Technik | Text 4 + Dialoge 22 |
| Ehrenamt & Engagement | Text 5 + Dialoge 17 |
| Umwelt & Verkehr | Text 6, 8 + Landeskunde 25 (Mülltrennung, Pfand) |
| Familie & Kinder | Text 11 + Dialoge 17 |
| Bildung & Schule | Text 12 + Dialoge 16 |
| Einkaufen & Reklamation | Dialoge 14, 19 + Email 12 |
| Freizeit & Reisen | Dialoge 15 + Verben 03 |
| Bank & Behörde | Dialoge 20 + Landeskunde 25 (Anmeldung) |
| Essen & Trinken | Dialoge 14 + Verben 04 |
| Nachbarschaft | Dialoge 23 + Landeskunde 25 (Hausordnung) |
Prüfungsstrategie: Texte lesen¶
Hier sind die wichtigsten Tipps für den Prüfungsteil "Leseverstehen":
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Fragen zuerst lesen. Bevor Sie den Text lesen, lesen Sie alle Fragen durch. So wissen Sie, worauf Sie achten müssen, und können gezielt nach Informationen suchen.
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Schlüsselwörter markieren. Unterstreichen Sie in den Fragen die wichtigsten Wörter. Suchen Sie dann im Text nach diesen Wörtern oder Synonymen davon.
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Bei Richtig/Falsch: Vorsicht mit "nicht", "immer", "nie", "alle". Diese kleinen Wörter verändern die Bedeutung komplett. Prüfen Sie genau, ob der Text wirklich "alle" oder "immer" sagt — oder ob es nur "viele" oder "oft" heißt.
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Nur aus dem Text antworten. Benutzen Sie nur Informationen, die im Text stehen. Auch wenn Sie die Antwort "wissen" — wenn es nicht im Text steht, ist es für die Prüfung falsch.
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Unbekannte Wörter überspringen. Sie müssen nicht jedes Wort verstehen. Lesen Sie weiter und versuchen Sie, die Bedeutung aus dem Kontext zu erschließen.
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Auf Konnektoren achten. Wörter wie "aber", "trotzdem", "obwohl", "deshalb" und "allerdings" zeigen Richtungswechsel im Text. Sie helfen Ihnen, die Argumentationsstruktur zu verstehen.
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Zeit einteilen. Verbringen Sie nicht zu lange mit einem Text. Wenn Sie eine Antwort nicht finden, gehen Sie zur nächsten Frage und kommen Sie später zurück.
Antworten¶
Text 1: Umzug in eine neue Stadt¶
- Falsch. Lisa ist nach Hamburg gezogen, weil sie dort eine neue Stelle als Grafikdesignerin gefunden hat — nicht zum Studieren.
- Sie findet es toll, dass es viele Restaurants, Kinos und Geschäfte gibt, dass man spätabends noch essen gehen kann und dass die öffentlichen Verkehrsmittel fast die ganze Nacht fahren.
- Weil sie in Hamburg fast niemanden kennt und die Nachbarn kaum grüßen.
- Sie zahlt 850 Euro warm für eine Zweizimmerwohnung.
- Sie hat sich bei einem Sportverein angemeldet und geht zweimal pro Woche zum Volleyball.
Text 2: Mein erster Job in Deutschland¶
- Falsch. Andrei konnte schon ganz gut Deutsch — er hatte Niveau B1.
- Die strenge Pünktlichkeit und die Unterscheidung zwischen "Du" und "Sie" waren überraschend.
- Im Team sagt man "Du", aber den Chef und die Kunden spricht man mit "Sie" an.
- Er hat aus Versehen "Du" zu einem Kunden gesagt. Der Kunde hat aber nur gelacht.
- Eine Kollegin hat ihm beim Einwohnermeldeamt geholfen, und ein anderer Kollege hat ihm die Steuererklärung erklärt.
Text 3: Gesund leben — aber wie?¶
- Falsch. Der Autor sagt: "Jedes Jahr sage ich das" — es war also nicht das erste Mal.
- Seine Freundin hat ihn motiviert. Sie sind zusammen gelaufen, und zu zweit gibt man nicht so leicht auf.
- "Meal Prep" bedeutet, dass man am Sonntag Essen für die ganze Woche vorbereitet.
- Er isst mehr Gemüse, weniger Zucker, trinkt genug Wasser und hat die Fertiggerichte durch selbst gekochtes Essen ersetzt.
- Kleine Schritte machen und nicht alles auf einmal umstellen.
Text 4: Digital Detox — eine Woche ohne Handy¶
- Nicht im Text. Der Text sagt nur, dass er kein Smartphone benutzt hat. Über den Computer steht nichts. (Bei Richtig/Falsch in der Prüfung: "nicht im Text"/"steht nicht im Text")
- Er hat ständig in die Hosentasche gegriffen (Gewohnheit), und im Bus wusste er nicht, wohin er schauen sollte.
- Er hat morgens Zeitung gelesen (aus Papier), abends ein Buch gelesen und besser geschlafen.
- Fast vier Stunden am Tag.
- Ja, aber nicht eine ganze Woche — lieber zwei bis drei Tage im Monat.
Text 5: Ehrenamt: Warum junge Menschen helfen¶
- Falsch. Der Anteil der jungen Ehrenamtlichen ist um 12 Prozent gestiegen — also mehr, nicht weniger.
- Weil sie etwas Sinnvolles tun möchte und nicht nur für sich selbst leben will.
- 68 Prozent der Befragten sagten, dass ihr Engagement ihnen bei der Jobsuche geholfen hat. Man lernt neue Fähigkeiten und sammelt Berufserfahrung.
- Er warnt, dass Ehrenamt oft Aufgaben übernimmt, die eigentlich der Staat finanzieren sollte (z.B. Bildung).
- Umweltschutz, Flüchtlingshilfe, Nachhilfe für Kinder und digitales Ehrenamt.
Text 6: Immer mehr Deutsche fahren mit dem Fahrrad¶
- Falsch. Der Text spricht von "Großstädten" — nicht allen Städten. Außerdem steht "zumindest langsam."
- (1) Sorge um die Umwelt und CO2-Einsparung, (2) steigende Benzinpreise und günstigere Alternativen, (3) E-Bikes machen Radfahren auch für ältere Menschen und Pendler attraktiv.
- Weil es zu wenige sichere Radwege gibt und Autofahrer Radfahrer an Kreuzungen oft übersehen.
- Bis 2030 sollen 10.000 Kilometer neue Radwege gebaut werden, und jede Stadt über 100.000 Einwohner soll ein zusammenhängendes Radwegenetz bekommen.
- Es bedeutet, dass noch unklar ist, ob die Regierung die Pläne wirklich realisieren wird. Der Autor ist etwas skeptisch.
Text 7: Homeoffice: Fluch oder Segen?¶
- Richtig. Vor Corona arbeiteten nur 4 Prozent der Beschäftigten von zu Hause — also fast niemand.
- Er spart anderthalb Stunden Fahrtzeit pro Tag und verbringt diese Zeit mit seinen Kindern.
- Die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmt, man arbeitet abends weiter, und es fehlen soziale Kontakte (z.B. der Plausch in der Kaffeeküche).
- Ein Modell, bei dem man zwei bis drei Tage von zu Hause und den Rest im Büro arbeitet.
- Sie sind verärgert ("zum Ärger vieler Mitarbeiter").
Text 8: Mülltrennung: Deutschland und die Welt¶
- Falsch. In deutschen Küchen stehen vier oder fünf verschiedene Mülleimer (Biomüll, Restmüll, Papier, Plastik, Glas).
- Rund 67 Prozent.
- Man zahlt 8 bis 25 Cent Pfand beim Kauf einer Flasche und bekommt das Geld am Automaten im Supermarkt zurück. Das motiviert die Menschen, Flaschen nicht wegzuwerfen.
- Sie kritisieren, dass Deutschland zwar gut trennt, aber trotzdem zu viel Verpackungsmüll produziert — sogar mehr als der EU-Durchschnitt.
- Es ist zwar gut, Müll richtig zu trennen, aber noch besser wäre es, von Anfang an weniger Verpackung und Müll zu produzieren.
Text 9: Tipps für die Wohnungssuche¶
- Falsch. Man kann die Schufa-Auskunft einmal im Jahr kostenlos online beantragen.
- Eine Bewerbungsmappe mit: Kopie des Personalausweises, die letzten drei Gehaltsabrechnungen, eine Mieterselbstauskunft und eine Schufa-Auskunft.
- Auf Plattformen wie ImmobilienScout24 und WG-Gesucht, in lokalen Zeitungen und an schwarzen Brettern in Supermärkten.
- Man soll den Mietvertrag von einem Mieterverein prüfen lassen, wenn man ihn nicht vollständig versteht.
- Weil sich manchmal Vermieter direkt melden, wenn sie eine passende Suchanzeige sehen.
Text 10: Was tun bei Krankheit?¶
- Falsch. Man muss nur sagen, dass man krank ist und wie lange man voraussichtlich fehlt — aber nicht, welche Krankheit man hat.
- So früh wie möglich, am besten vor Arbeitsbeginn.
- Seit 2023 wird die Krankschreibung direkt vom Arzt elektronisch an die Krankenkasse geschickt. Man muss keinen "gelben Schein" mehr selbst abgeben.
- Sechs Wochen lang (Lohnfortzahlung). Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld.
- Man riskiert eine Abmahnung oder sogar die Kündigung.
Text 11: Elternzeit in Deutschland¶
- Falsch. Beide Elternteile — Mutter und Vater — haben das Recht auf Elternzeit.
- Bis zu drei Jahre pro Kind.
- Wenn beide Elternteile mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen, wird das Basiselterngeld bis zu 14 Monate gezahlt. Diese zwei Monate des anderen Elternteils heißen "Partnermonate".
- 65 bis 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens, mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro pro Monat.
- Weil in der Praxis immer noch viel mehr Mütter als Väter Elternzeit nehmen (nur 26 Prozent der Väter), obwohl das Gesetz für beide gilt. Die Gleichberechtigung existiert zwar im Gesetz, aber noch nicht in der Realität.
Text 12: So funktioniert das deutsche Schulsystem¶
- Falsch. Das Schulsystem ist föderalistisch — jedes Bundesland hat eigene Regeln.
- In der Regel vier Jahre (in Berlin und Brandenburg sechs Jahre).
- Das Abitur, das man am Gymnasium bekommt.
- Ein System, bei dem Jugendliche einen Beruf gleichzeitig in einem Betrieb und in der Berufsschule lernen. Die Ausbildung dauert zwei bis dreieinhalb Jahre.
- Weil die Aufteilung nach der Grundschule zu früh kommt und Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen seltener auf das Gymnasium gehen — auch wenn sie gute Noten haben. Die Chancengleichheit fehlt.