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Dialoge: Bank und Behörde

Echte B1-Dialoge: Konto eröffnen, Aufenthaltstitel, Agentur für Arbeit, Formulare, Termine.

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Inhalt

  1. Problem bei der Bank — Geld abheben
  2. Beratungsgespräch — Weiterbildung bei der Agentur für Arbeit
  3. Dokumente für den Termin bei der Agentur für Arbeit
  4. Konto eröffnen in Wien
  5. Aufenthaltstitel verlängern
  6. Termin beim Bürgeramt — Anmeldung
  7. Kindergeld beantragen
  8. Führerschein umschreiben lassen
  9. Meldebescheinigung abholen
  10. Arbeitssuchend melden — Erstgespräch
  11. Girokonto für Studenten

Dialog 1: Problem bei der Bank — Geld abheben

Thema: Eine Kundin kann kein Geld abheben. Die Bankberaterin erklärt das Problem und findet eine Lösung.

Quelle: Video ab 17:56

Kundin (Frau Mendes): Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?

Beraterin: Hallo, mein Name ist Lis Mendes. Ich würde gern mit Herrn Kaiser sprechen. Er ist für mich zuständig.

Kundin: Ich bedauere, Herr Kaiser ist im Urlaub, aber ich bin seine Vertretung und kann Ihnen sicher auch weiterhelfen.

Frau Mendes: Das wäre gut. Ich habe nämlich ein Problem. Ich kann kein Geld abheben.

Beraterin: Haben Sie die Geheimzahl richtig eingegeben?

Frau Mendes: Ja, die Geheimzahl stimmt, da bin ich sicher.

Beraterin: Wie ist denn Ihre Kontonummer?

Frau Mendes: Warten Sie, hier ist meine Karte.

Beraterin: Danke. Einen Augenblick. Das sehe ich mir kurz an. Aha. Also, Sie konnten nichts abheben — das ist korrekt. Sie haben Ihren Kredit überzogen.

Frau Mendes: Kredit überzogen? Das ist ja seltsam. Eigentlich hätte ich vor zwei Tagen eine Überweisung über 1.000 Euro bekommen sollen.

Beraterin: Das tut mir leid, die ist noch nicht angekommen. Sie haben nur einen Kreditrahmen von 500 Euro und können im Moment nichts mehr abheben.

Frau Mendes: Man hat mir zugesichert, dass das Geld überwiesen wurde. Wieso dauert die Überweisung so lang?

Beraterin: Gestern war doch Feiertag. Da dauert es vermutlich etwas länger. Aber ich habe einen Vorschlag: Wir können den Kredit kurzfristig erhöhen. Mit Ihren regelmäßigen Einnahmen ist das kein Problem.

Frau Mendes: Wirklich? Da wäre ich Ihnen sehr dankbar. Ich brauche nämlich heute noch Geld.

Beraterin: Gern. Das mache ich gleich hier. Wie viel möchten Sie denn abheben?

Frau Mendes: 200 Euro, bitte. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Beraterin: Gern geschehen.

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
Geld abheben to withdraw money B1
die Geheimzahl, -en PIN number B1
die Kontonummer, -n account number B1
die Überweisung, -en bank transfer B1
den Kredit überziehen to overdraw (the account) B1
der Kreditrahmen credit limit B2
die Vertretung, -en substitute / stand-in B1
zuständig sein (für) to be responsible (for) B1
kurzfristig at short notice / temporarily B1
die Einnahmen (Pl.) income / earnings B1

Grammatik im Dialog: - Konjunktiv II (Höflichkeit): „Ich würde gern mit Herrn Kaiser sprechen." — Höfliche Bitte mit würde + Infinitiv. - Konjunktiv II (irreale Vergangenheit): „Eigentlich hätte ich eine Überweisung bekommen sollen." — Erwartung, die nicht eingetreten ist. - Passiv-Ersatz mit man: „Man hat mir zugesichert, dass..." — Unpersönliche Formulierung statt Passiv.

Nützliche Wendungen: - „Ich bin seine Vertretung." — I'm his substitute. (Wenn die zuständige Person nicht da ist) - „Da wäre ich Ihnen sehr dankbar." — I would be very grateful. (Höflich Dank ankündigen) - „Gern geschehen." — You're welcome. (Standardantwort auf Dank)

Verständnisfragen: 1. Warum kann Frau Mendes kein Geld abheben? 2. Warum ist die Überweisung noch nicht angekommen? 3. Welche Lösung schlägt die Beraterin vor?


Dialog 2: Beratungsgespräch — Weiterbildung bei der Agentur für Arbeit

Thema: Herr Salim ist anerkannter Asylbewerber und möchte eine Weiterbildung machen. Die Beraterin erklärt die Möglichkeiten.

Quelle: Video ab 24:38

Herr Salim: Guten Tag. Mein Name ist Massud Salim. Ich habe um 10 Uhr einen Termin für ein Beratungsgespräch.

Beraterin: Guten Tag, Herr Salim. Nehmen Sie doch bitte Platz. Was kann ich für Sie tun?

Herr Salim: Sie wissen ja, ich bin anerkannter Asylbewerber und habe den Integrationskurs erfolgreich abgeschlossen. Aber ich kann keine Arbeit finden.

Beraterin: Sie haben ja in Ihrer Heimat als Kfz-Mechatroniker gearbeitet.

Herr Salim: Ja, genau. Und jetzt möchte ich gern eine Weiterbildung machen, um meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Beraterin: Das ist gut, dass Sie die Initiative ergreifen. Haben Sie sich denn auch schon über die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten informiert?

Herr Salim: Ja, im Internet habe ich mir verschiedene Angebote angeschaut. Ich habe hier ein paar Kurse notiert, die mich interessieren. Besonders interessant finde ich diesen Kurs hier.

Beraterin: Ah, dann lassen Sie uns mal sehen. Der Aufbaukurs zur Elektronik im Kraftfahrzeug wird zum Beispiel von der Kfz-Innung Hamburg angeboten. Der Kurs findet zweimal wöchentlich von 18 bis 21:15 Uhr statt und dauert insgesamt zwei Wochen.

Herr Salim: Das hört sich gut an.

Beraterin: Die Lehrgangskosten betragen 395 Euro. Der Kurs kann aber von der Agentur für Arbeit mit einem Bildungsgutschein gefördert werden. Neben den Kosten werden dann auch die Fahrtkosten und sonstige Materialkosten erstattet. Haben Sie einen Bildungsgutschein, Herr Salim?

Herr Salim: Ja.

Beraterin: Prima! Dann müssten Sie sich nur noch bei der Kfz-Innung für den Kurs anmelden. Die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse sind hier angegeben.

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
das Beratungsgespräch, -e counselling session B1
der Integrationskurs, -e integration course B1
die Weiterbildung, -en further training / continuing education B1
der Bildungsgutschein, -e education voucher (from Agentur für Arbeit) B1
die Lehrgangskosten (Pl.) course fees B1
erstatten to reimburse B2
die Initiative ergreifen to take the initiative B2
der Kfz-Mechatroniker, - automotive mechatronics technician B1
die Innung, -en trade guild / professional association B2
sich anmelden (für) to register / sign up (for) B1

Grammatik im Dialog: - Finalsatz mit um...zu: „...um meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern." — Zweck/Absicht ausdrücken. - Passiv mit werden: „Der Kurs kann von der Agentur für Arbeit gefördert werden." — Vorgangspassiv. - Konjunktiv II (höfliche Empfehlung): „Dann müssten Sie sich nur noch anmelden." — Sanfte Aufforderung.

Nützliche Wendungen: - „Nehmen Sie doch bitte Platz." — Please take a seat. (Formelle Begrüßung bei Behörden) - „Das hört sich gut an." — That sounds good. (Zustimmung zeigen) - „Die Telefonnummer ist hier angegeben." — The phone number is listed here. (Auf ein Dokument verweisen)

Verständnisfragen: 1. Warum möchte Herr Salim eine Weiterbildung machen? 2. Wer bietet den Aufbaukurs an und wie lange dauert er? 3. Was wird mit dem Bildungsgutschein bezahlt?


Dialog 3: Dokumente für den Termin bei der Agentur für Arbeit

Thema: Eine Mutter und ihr Sohn gehen gemeinsam die Dokumentenliste durch, die sie für den Termin bei der Agentur für Arbeit braucht.

Quelle: Video ab 0:04

Mutter: Tyfon, kannst du mir bitte helfen? Ich muss ein paar Dokumente für den Termin bei der Agentur für Arbeit zusammenstellen. Lass uns mal bitte die Liste zusammen durchgehen.

Tyfon: Ja klar, helfe ich dir. Ich kenne das von meinem Job als Fitnesstrainer — wie viele Dokumente man hier in Deutschland braucht! Schau mal, hier steht: Reisepass. Wir haben ihn erst neulich verlängert. Die Meldebescheinigung vom Bürgeramt hast du ja auch vor Kurzem erst geholt. Hast du beides eingepackt?

Mutter: Ja, die habe ich. Und die Aufenthaltserlaubnis habe ich auch schon. Die Arbeitserlaubnis habe ich leider nicht gefunden. Hast du sie zufällig gesehen?

Tyfon: Das ist kein eigenes Dokument, Mama. Das steht doch auf deinem Aufenthaltstitel mit drauf — dass du eine Arbeitserlaubnis hast.

Mutter: Ach ja, stimmt! Du bist großartig. Auf der Liste steht noch: Arbeitsvertrag und Kündigungsschreiben. Hast du die beiden?

Tyfon: Den Arbeitsvertrag habe ich. Aber das Kündigungsschreiben bekomme ich erst morgen von der Bäckerei.

Mutter: Okay, dann hast du ja fast alles. Fehlen nur noch die Sozialversicherungsnummer und der Lebenslauf.

Tyfon: Die Sozialversicherungsnummer — Mama, die steht auf deinem Sozialversicherungsausweis!

Mutter: Ach so, der! Klar, die Sozialversicherungsnummer finde ich sicher. Und den Lebenslauf habe ich auch.

Tyfon: Super! Dann steht dem Termin ja nichts mehr im Weg.

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
zusammenstellen to compile / put together B1
die Meldebescheinigung, -en registration certificate (from Bürgeramt) B1
die Aufenthaltserlaubnis, -se residence permit B1
der Aufenthaltstitel, - residence title (official document) B1
die Arbeitserlaubnis, -se work permit B1
das Kündigungsschreiben, - letter of termination B1
die Sozialversicherungsnummer, -n social security number B1
der Lebenslauf, Lebensläufe CV / resume B1
neulich recently B1
durchgehen (geht durch) to go through (a list) B1

Grammatik im Dialog: - Trennbare Verben im Hauptsatz: „Lass uns die Liste zusammen durchgehen." / „Hast du beides eingepackt?" — Präfix am Satzende. - Relativsatz: „Das ist kein eigenes Dokument, das steht auf deinem Aufenthaltstitel mit drauf." — Erklärung mit Bezug. - Redewendung mit Dativ: „Dem Termin steht nichts mehr im Weg." — Feste Wendung: einer Sache (Dat.) im Weg stehen.

Nützliche Wendungen: - „Lass uns die Liste zusammen durchgehen." — Let's go through the list together. (Gemeinsame Aufgabe starten) - „Hast du sie zufällig gesehen?" — Have you by any chance seen it? (Höflich nach etwas fragen) - „Dem Termin steht nichts mehr im Weg." — Nothing stands in the way of the appointment. (Alles ist bereit)

Verständnisfragen: 1. Wo steht die Arbeitserlaubnis der Mutter? 2. Welches Dokument fehlt noch und wann bekommt sie es? 3. Welche Dokumente braucht man für einen Termin bei der Agentur für Arbeit?


Dialog 4: Konto eröffnen in Wien

Thema: Ein Student aus Spanien möchte bei einer Bank in Wien ein Girokonto eröffnen. Die Beraterin erklärt die Voraussetzungen und den Ablauf.

Berater: Guten Tag! Willkommen bei der Wiener Stadtbank. Was kann ich für Sie tun?

Herr García: Guten Tag. Mein Name ist Alejandro García. Ich bin vor drei Wochen nach Wien gezogen und möchte gern ein Girokonto eröffnen.

Berater: Sehr gern. Haben Sie Ihren Reisepass oder einen gültigen Personalausweis dabei?

Herr García: Ja, hier ist mein spanischer Personalausweis. Und ich habe auch meine Meldebestätigung mitgebracht — die habe ich letzte Woche beim Meldeservice bekommen.

Berater: Perfekt. Die Meldebestätigung brauchen wir auf jeden Fall. Darf ich fragen, was Sie beruflich machen?

Herr García: Ich studiere an der TU Wien und habe einen Werkstudentenjob bei einer IT-Firma. Mein Arbeitgeber braucht eine österreichische Bankverbindung für die Gehaltsüberweisung.

Berater: Verstehe. Dann empfehle ich Ihnen unser Studentenkonto. Das ist kostenlos, solange Sie an einer Universität eingeschrieben sind. Sie bekommen eine Bankomatkarte und können Online-Banking nutzen.

Herr García: Klingt gut. Gibt es auch eine Kreditkarte dazu?

Berater: Eine Kreditkarte können wir Ihnen anbieten, allerdings erst nach drei Monaten mit regelmäßigem Gehaltseingang. Am Anfang bekommen Sie eine Debitkarte — damit können Sie überall bezahlen und auch im Ausland Geld abheben.

Herr García: Das reicht mir erst einmal. Wie lange dauert es, bis das Konto aktiv ist?

Berater: Wir richten das Konto heute ein. Ihre Bankomatkarte bekommen Sie in etwa fünf Werktagen per Post. Die Zugangsdaten für das Online-Banking schicken wir Ihnen in einem separaten Brief.

Herr García: Sehr gut. Dann machen wir das so.

Berater: Wunderbar. Dann füllen wir jetzt gemeinsam das Antragsformular aus. Ich brauche noch Ihre Studienbestätigung — haben Sie die dabei?

Herr García: Ja, die habe ich ausgedruckt. Hier, bitte.

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
das Girokonto, Girokonten current account B1
ein Konto eröffnen to open an account B1
die Meldebestätigung, -en registration confirmation (Austrian term) B1
die Bankverbindung, -en bank details B1
die Gehaltsüberweisung, -en salary transfer B1
eingeschrieben sein to be enrolled (at university) B1
die Bankomatkarte, -n debit/ATM card (Austrian term) B1
das Antragsformular, -e application form B1
die Studienbestätigung, -en proof of enrollment B1
einrichten to set up B1

Grammatik im Dialog: - Temporalsatz mit solange: „...solange Sie an einer Universität eingeschrieben sind." — Bedingung, die zeitlich gelten muss. - Temporalsatz mit bis: „Wie lange dauert es, bis das Konto aktiv ist?" — Frage nach dem Zeitpunkt. - Konjunktiv II (Höflichkeit): „Darf ich fragen, was Sie beruflich machen?" — Indirekte Frage als höfliche Form.

Nützliche Wendungen: - „Haben Sie Ihren Ausweis dabei?" — Do you have your ID with you? (Standardfrage bei Behörden und Banken) - „Dann machen wir das so." — Then let's do it that way. (Einer Lösung zustimmen) - „Dann füllen wir gemeinsam das Formular aus." — Then let's fill out the form together. (Nächsten Schritt einleiten)

Verständnisfragen: 1. Welche Dokumente hat Herr García mitgebracht? 2. Warum braucht er eine österreichische Bankverbindung? 3. Wann kann er eine Kreditkarte bekommen?


Dialog 5: Aufenthaltstitel verlängern

Thema: Eine Frau möchte bei der Ausländerbehörde ihren Aufenthaltstitel verlängern. Die Sachbearbeiterin erklärt, welche Unterlagen nötig sind.

Quelle: Video ab 24:40

Sachbearbeiterin: Guten Morgen. Bitte nehmen Sie Platz. Sie möchten Ihren Aufenthaltstitel verlängern?

Frau Kaya: Guten Morgen. Ja, genau. Mein Aufenthaltstitel läuft in sechs Wochen ab, und ich möchte ihn rechtzeitig verlängern.

Sachbearbeiterin: Das ist gut, dass Sie frühzeitig kommen. Viele warten zu lange, und dann wird es stressig. Haben Sie Ihre Unterlagen mitgebracht?

Frau Kaya: Ja, ich habe hier meinen Reisepass, ein aktuelles biometrisches Passfoto, die Meldebescheinigung und meinen letzten Arbeitsvertrag.

Sachbearbeiterin: Sehr gut. Ich brauche auch einen Nachweis über Ihre Krankenversicherung. Haben Sie den dabei?

Frau Kaya: Oh, den habe ich vergessen. Kann ich ihn nachreichen?

Sachbearbeiterin: Ja, Sie können ihn innerhalb von zwei Wochen per Post oder per E-Mail nachreichen. Ich gebe Ihnen die Adresse mit. Aber ohne den Nachweis können wir den Antrag heute noch nicht abschließen.

Frau Kaya: Verstehe. Und wie lange dauert die Bearbeitung insgesamt?

Sachbearbeiterin: In der Regel vier bis sechs Wochen. Solange Ihr Antrag in Bearbeitung ist, dürfen Sie mit Ihrem alten Aufenthaltstitel in Deutschland bleiben. Das steht auch auf der Fiktionsbescheinigung, die ich Ihnen heute ausstelle.

Frau Kaya: Was ist eine Fiktionsbescheinigung?

Sachbearbeiterin: Das ist ein Dokument, das bestätigt, dass Sie Ihren Antrag rechtzeitig gestellt haben. Damit ist Ihr Aufenthalt bis zur Entscheidung gesichert. Sie dürfen auch weiter arbeiten.

Frau Kaya: Gut, das beruhigt mich. Muss ich noch etwas bezahlen?

Sachbearbeiterin: Ja, die Gebühr beträgt 93 Euro. Die können Sie an der Kasse im Erdgeschoss bezahlen. Bringen Sie mir bitte danach die Quittung.

Frau Kaya: Alles klar. Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
der Aufenthaltstitel, - residence title / permit B1
verlängern to extend / renew B1
die Ausländerbehörde, -n immigration office B1
die Fiktionsbescheinigung, -en fictitious certificate (temporary proof of pending application) B2
ablaufen (läuft ab) to expire B1
nachreichen to submit later / hand in afterwards B1
der Nachweis, -e proof / evidence B1
die Krankenversicherung, -en health insurance B1
die Gebühr, -en fee / charge B1
die Quittung, -en receipt B1

Grammatik im Dialog: - Relativsatz: „Das ist ein Dokument, das bestätigt, dass Sie Ihren Antrag rechtzeitig gestellt haben." — Verschachtelter Relativsatz + dass-Satz. - Temporalsatz mit solange: „Solange Ihr Antrag in Bearbeitung ist, dürfen Sie bleiben." — Gleichzeitigkeit. - Trennbares Verb im Nebensatz: „...die ich Ihnen heute ausstelle." — Präfix geht im Nebensatz wieder zusammen.

Nützliche Wendungen: - „Kann ich den Nachweis nachreichen?" — Can I submit the proof later? (Wichtig bei Behördenterminen) - „Wie lange dauert die Bearbeitung?" — How long does the processing take? (Standardfrage) - „Das beruhigt mich." — That puts my mind at ease. (Erleichterung ausdrücken)

Verständnisfragen: 1. Welches Dokument hat Frau Kaya vergessen? 2. Was ist eine Fiktionsbescheinigung und wozu braucht man sie? 3. Wie hoch ist die Gebühr für die Verlängerung?


Dialog 6: Termin beim Bürgeramt — Anmeldung

Thema: Ein Mann hat gerade eine neue Wohnung in Berlin bezogen und möchte sich beim Bürgeramt anmelden.

Quelle: Video ab 24:38

Sachbearbeiter: Guten Tag. Haben Sie einen Termin?

Herr Nowak: Guten Tag. Ja, ich habe online einen Termin gebucht — um 9:30 Uhr. Hier ist meine Bestätigung.

Sachbearbeiter: Danke, Herr Nowak. Sie möchten sich anmelden? Sind Sie gerade umgezogen?

Herr Nowak: Ja, ich bin letzte Woche von Warschau nach Berlin gezogen. Ich habe einen neuen Job hier angefangen.

Sachbearbeiter: Gut. Haben Sie das Anmeldeformular schon ausgefüllt?

Herr Nowak: Ja, ich habe es zu Hause ausgefüllt und mitgebracht.

Sachbearbeiter: Sehr gut. Ich brauche außerdem Ihren Reisepass oder Personalausweis und die Wohnungsgeberbestätigung von Ihrem Vermieter.

Herr Nowak: Hier ist mein polnischer Personalausweis. Und hier ist die Bestätigung vom Vermieter. Er hat das Formular unterschrieben.

Sachbearbeiter: Alles da. Ich gebe das jetzt in unser System ein. Das dauert einen Moment... So, die Anmeldung ist fertig. Hier ist Ihre Meldebescheinigung. Bewahren Sie sie gut auf — Sie brauchen sie für viele andere Sachen: Bankkonto, Arbeitsvertrag, Krankenversicherung.

Herr Nowak: Vielen Dank. Noch eine Frage: Ich muss auch meine Steuer-Identifikationsnummer beantragen. Kann ich das hier machen?

Sachbearbeiter: Die Steuer-ID wird Ihnen automatisch zugeschickt, nachdem Sie sich angemeldet haben. Das dauert etwa zwei bis drei Wochen. Sie bekommen einen Brief vom Bundeszentralamt für Steuern.

Herr Nowak: Und wenn der Brief nicht ankommt?

Sachbearbeiter: Dann können Sie beim Finanzamt anrufen oder die Steuer-ID online anfragen. Die Nummer auf dem Brief sollten Sie sich gut merken — die brauchen Sie Ihr ganzes Berufsleben lang.

Herr Nowak: Verstanden. Vielen Dank für alles!

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
das Bürgeramt, Bürgerämter citizens' office / registration office B1
sich anmelden to register (one's address) B1
das Anmeldeformular, -e registration form B1
die Wohnungsgeberbestätigung, -en landlord's confirmation of residence B1
die Meldebescheinigung, -en registration certificate B1
die Steuer-Identifikationsnummer, -n tax identification number B1
aufbewahren to keep / store safely B1
umziehen (zieht um) to move (to a new home) B1
das Finanzamt, Finanzämter tax office B1
zuschicken to send (to someone) B1

Grammatik im Dialog: - Nachdem + Perfekt: „...nachdem Sie sich angemeldet haben." — Vorzeitigkeit: zuerst Anmeldung, dann Brief. - Imperativ (höflich): „Bewahren Sie sie gut auf." — Formelle Empfehlung. - Trennbares Verb: „ausgefüllt" / „mitgebracht" / „aufbewahren" — Im Partizip II: Präfix + ge- + Stamm.

Nützliche Wendungen: - „Haben Sie einen Termin?" — Do you have an appointment? (Standardfrage beim Bürgeramt) - „Bewahren Sie sie gut auf." — Keep it safe. (Wichtiger Hinweis für Dokumente) - „Die Nummer sollten Sie sich gut merken." — You should remember that number. (Dringende Empfehlung)

Verständnisfragen: 1. Welche Dokumente muss Herr Nowak zur Anmeldung mitbringen? 2. Wofür braucht er die Meldebescheinigung? 3. Wie bekommt er seine Steuer-Identifikationsnummer?


Dialog 7: Kindergeld beantragen

Thema: Eine Mutter möchte Kindergeld beantragen und ruft bei der Familienkasse an.

Quelle: Video ab 24:32

Sachbearbeiterin: Familienkasse Hamburg, Frau Weber. Guten Tag.

Frau Demirel: Guten Tag, Frau Weber. Mein Name ist Aylin Demirel. Ich habe eine Frage zum Kindergeld. Ich bin vor vier Monaten mit meiner Familie nach Deutschland gezogen und möchte Kindergeld beantragen.

Sachbearbeiterin: Gern. Haben Sie eine Aufenthaltserlaubnis, die zum Arbeiten berechtigt?

Frau Demirel: Ja, ich habe eine Aufenthaltserlaubnis mit Arbeitserlaubnis. Mein Mann arbeitet als Ingenieur bei Airbus.

Sachbearbeiterin: Gut. Dann haben Sie grundsätzlich Anspruch auf Kindergeld. Wie viele Kinder haben Sie?

Frau Demirel: Zwei Kinder — meine Tochter ist sieben und mein Sohn ist drei.

Sachbearbeiterin: In Ordnung. Sie müssen den Antrag auf Kindergeld schriftlich stellen. Das Formular können Sie online auf unserer Webseite herunterladen oder hier bei uns abholen.

Frau Demirel: Welche Unterlagen muss ich dem Antrag beilegen?

Sachbearbeiterin: Wir brauchen eine Kopie der Geburtsurkunden Ihrer Kinder, eine Kopie Ihrer Aufenthaltserlaubnis und die Steuer-Identifikationsnummern von Ihnen und Ihren Kindern.

Frau Demirel: Die Geburtsurkunden sind auf Türkisch. Muss ich sie übersetzen lassen?

Sachbearbeiterin: Ja, wir brauchen eine beglaubigte Übersetzung ins Deutsche. Ein vereidigter Übersetzer kann das machen.

Frau Demirel: Verstehe. Und wie hoch ist das Kindergeld pro Kind?

Sachbearbeiterin: Derzeit sind es 250 Euro pro Kind und Monat. Das Geld wird monatlich auf Ihr Konto überwiesen.

Frau Demirel: Das ist gut zu wissen. Vielen Dank für die Auskunft.

Sachbearbeiterin: Gern geschehen. Wenn Sie weitere Fragen haben, rufen Sie einfach wieder an.

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
das Kindergeld child benefit B1
die Familienkasse, -n family benefits office B1
beantragen to apply for B1
Anspruch haben (auf + Akk.) to be entitled (to) B1
die Geburtsurkunde, -n birth certificate B1
die beglaubigte Übersetzung certified translation B2
der vereidigte Übersetzer, - sworn translator B2
beilegen to enclose / attach (to an application) B1
die Auskunft, Auskünfte information B1
berechtigen (zu + Dat.) to entitle / authorize (to) B2

Grammatik im Dialog: - Relativsatz: „...eine Aufenthaltserlaubnis, die zum Arbeiten berechtigt." — Beschreibung eines Dokuments. - Modalverb + Passiv: „Das Formular kann online heruntergeladen werden." — Möglichkeit im Passiv. - Lassen + Infinitiv: „Muss ich sie übersetzen lassen?" — Etwas von jemand anderem machen lassen (Kausativ).

Nützliche Wendungen: - „Haben Sie Anspruch auf...?" — Are you entitled to...? (Frage nach Rechten/Leistungen) - „Welche Unterlagen muss ich beilegen?" — What documents do I need to enclose? (Formelle Frage) - „Vielen Dank für die Auskunft." — Thank you for the information. (Höflicher Abschluss)

Verständnisfragen: 1. Welche Voraussetzung braucht Frau Demirel für das Kindergeld? 2. Warum muss sie die Geburtsurkunden übersetzen lassen? 3. Wie viel Kindergeld bekommt sie insgesamt pro Monat?


Dialog 8: Führerschein umschreiben lassen

Thema: Ein Mann aus Ägypten möchte seinen ausländischen Führerschein in einen deutschen umschreiben lassen. Er informiert sich bei der Führerscheinstelle.

Quelle: Video ab 24:38

Sachbearbeiterin: Guten Tag. Sie haben einen Termin bei der Führerscheinstelle?

Herr Hassan: Guten Tag. Ja, ich möchte meinen ägyptischen Führerschein in einen deutschen umschreiben lassen. Ich lebe seit zwei Jahren in Deutschland und fahre bisher mit meinem internationalen Führerschein.

Sachbearbeiterin: Der internationale Führerschein gilt in Deutschland nur sechs Monate nach der Einreise. Danach brauchen Sie einen deutschen Führerschein. Haben Sie Ihren ägyptischen Führerschein dabei?

Herr Hassan: Ja, hier. Und hier ist auch eine beglaubigte Übersetzung.

Sachbearbeiterin: Gut. Bei einem ägyptischen Führerschein müssen Sie leider sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung ablegen. Das ist bei vielen Ländern außerhalb der EU so.

Herr Hassan: Muss ich auch einen Erste-Hilfe-Kurs machen?

Sachbearbeiterin: Ja. Außerdem brauchen Sie einen Sehtest und biometrische Passfotos. Den Sehtest können Sie bei jedem Optiker machen lassen.

Herr Hassan: Und wo melde ich mich für die Prüfungen an?

Sachbearbeiterin: Dafür müssen Sie sich bei einer Fahrschule anmelden. Die Fahrschule bereitet Sie auf die Prüfungen vor und meldet Sie dann beim TÜV an. Sie müssen nicht den kompletten Fahrkurs machen — oft reichen ein paar Übungsstunden.

Herr Hassan: Was kostet das Ganze ungefähr?

Sachbearbeiterin: Die Verwaltungsgebühr hier beträgt 42,60 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Fahrschule und die Prüfungsgebühren beim TÜV. Insgesamt sollten Sie mit 400 bis 600 Euro rechnen.

Herr Hassan: Gut, danke. Dann suche ich mir jetzt eine Fahrschule.

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
umschreiben lassen to have (a document) converted B1
die Führerscheinstelle, -n driving licence office B1
der Sehtest, -s eye test B1
die theoretische Prüfung written / theory exam B1
die praktische Prüfung practical / driving test B1
eine Prüfung ablegen to take an exam B1
die Verwaltungsgebühr, -en administrative fee B2
der Erste-Hilfe-Kurs, -e first aid course B1
der TÜV technical inspection authority B1
gelten (gilt) to be valid B1

Grammatik im Dialog: - Lassen + Infinitiv: „Ich möchte meinen Führerschein umschreiben lassen." — Etwas bei einer Stelle veranlassen. - Sowohl...als auch: „...sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung." — Doppelkonjunktion. - Rechnen mit + Dativ: „Sie sollten mit 400 bis 600 Euro rechnen." — Eine Schätzung angeben.

Nützliche Wendungen: - „Der Führerschein gilt nur sechs Monate." — The licence is only valid for six months. (Zeitliche Gültigkeit) - „Sie müssen eine Prüfung ablegen." — You have to take an exam. (Formelle Anforderung) - „Was kostet das Ganze ungefähr?" — Roughly how much does all of it cost? (Nach Gesamtkosten fragen)

Verständnisfragen: 1. Warum braucht Herr Hassan einen deutschen Führerschein? 2. Welche Prüfungen muss er ablegen? 3. Wo kann er den Sehtest machen lassen?


Dialog 9: Meldebescheinigung abholen

Thema: Eine Frau kommt zum Bürgeramt, um eine erweiterte Meldebescheinigung abzuholen. Es gibt ein kleines Problem mit der Adresse.

Quelle: Video ab 17:54

Sachbearbeiterin: Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?

Frau Petrov: Guten Tag. Ich habe letzte Woche eine erweiterte Meldebescheinigung beantragt. Man hat mir gesagt, dass ich sie heute abholen kann.

Sachbearbeiterin: Ja, wie ist Ihr Name?

Frau Petrov: Elena Petrov.

Sachbearbeiterin: Einen Moment, bitte... Frau Petrov, ja, ich habe das Dokument hier. Bevor ich es Ihnen aushändige — stimmt die Adresse noch? Friedrichstraße 45, 10117 Berlin?

Frau Petrov: Oh nein, die Adresse stimmt nicht mehr. Ich bin vor zwei Wochen umgezogen. Meine neue Adresse ist Kastanienallee 28 in Prenzlauer Berg.

Sachbearbeiterin: Dann müssen wir zuerst Ihre Ummeldung machen. Haben Sie die Wohnungsgeberbestätigung von Ihrem neuen Vermieter?

Frau Petrov: Ja, die habe ich dabei. Hier, bitte.

Sachbearbeiterin: Gut. Dann melde ich Sie jetzt um. Danach stelle ich Ihnen eine neue Meldebescheinigung mit der aktuellen Adresse aus. Die alte ist dann ungültig.

Frau Petrov: Dauert das lange? Ich brauche die Bescheinigung für meinen neuen Arbeitgeber.

Sachbearbeiterin: Nein, das mache ich gleich. In zehn Minuten haben Sie alles. Die Ummeldung und die neue Meldebescheinigung kosten zusammen 12 Euro.

Frau Petrov: In Ordnung. Kann ich mit Karte bezahlen?

Sachbearbeiterin: Ja, Kartenzahlung ist möglich. Nur Kreditkarten nehmen wir leider nicht — EC-Karte oder Girocard.

Frau Petrov: Kein Problem. Vielen Dank!

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
die erweiterte Meldebescheinigung extended registration certificate B1
abholen to pick up / collect B1
aushändigen to hand over (officially) B2
die Ummeldung, -en change of address registration B1
ungültig invalid B1
ausstellen to issue (a document) B1
sich ummelden to re-register (after moving within a city) B1
die Kartenzahlung card payment B1
die Girocard, -s debit card (German banking term) B1
aktuell current / up-to-date B1

Grammatik im Dialog: - Bevor + Nebensatz: „Bevor ich es Ihnen aushändige — stimmt die Adresse noch?" — Zeitliche Reihenfolge. - Nachdem (implizit): „Danach stelle ich Ihnen eine neue Meldebescheinigung aus." — Erst Ummeldung, dann neues Dokument. - Man + Aktiv statt Passiv: „Man hat mir gesagt, dass..." — Unpersönliche Formulierung, häufig in der Umgangssprache.

Nützliche Wendungen: - „Stimmt die Adresse noch?" — Is the address still correct? (Daten überprüfen) - „Ich brauche die Bescheinigung für meinen Arbeitgeber." — I need the certificate for my employer. (Dringlichkeit erklären) - „Kann ich mit Karte bezahlen?" — Can I pay by card? (Praktische Frage bei Behörden)

Verständnisfragen: 1. Warum stimmt die Meldebescheinigung nicht mehr? 2. Was muss Frau Petrov zuerst machen, bevor sie die neue Bescheinigung bekommt? 3. Welche Zahlungsmittel akzeptiert das Bürgeramt?


Dialog 10: Arbeitssuchend melden — Erstgespräch

Thema: Eine Frau meldet sich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend. Die Beraterin erklärt den Ablauf und die nächsten Schritte.

Quelle: Video ab 4:06

Beraterin: Guten Tag, Frau Yilmaz. Bitte setzen Sie sich. Ich bin Frau Hoffmann, Ihre Ansprechpartnerin. Ich sehe, Sie haben sich online arbeitssuchend gemeldet.

Frau Yilmaz: Guten Tag. Ja, das stimmt. Mein befristeter Arbeitsvertrag endet am 31. März, und mein Arbeitgeber hat ihn nicht verlängert.

Beraterin: Das tut mir leid. Es ist aber sehr gut, dass Sie sich rechtzeitig melden. Man sollte sich spätestens drei Monate vor dem Ende des Vertrags arbeitssuchend melden.

Frau Yilmaz: Das hat mir eine Kollegin empfohlen. Was passiert jetzt als Nächstes?

Beraterin: Zunächst besprechen wir Ihre berufliche Situation. Was haben Sie beruflich gemacht?

Frau Yilmaz: Ich habe drei Jahre lang als Bürokauffrau in einer Spedition gearbeitet. Davor habe ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau abgeschlossen.

Beraterin: Sehr gut. Bürokaufleute werden gesucht. Ich werde Ihr Profil in unserer Jobbörse anlegen. Arbeitgeber können dann Ihr Profil sehen und Sie direkt kontaktieren. Außerdem schicke ich Ihnen passende Stellenangebote per E-Mail.

Frau Yilmaz: Und wenn ich bis Ende März nichts finde?

Beraterin: Dann müssen Sie sich am ersten Tag nach dem Ende Ihres Vertrags persönlich arbeitslos melden. Das ist wichtig, damit Sie Arbeitslosengeld bekommen. Bringen Sie bitte Ihren Personalausweis, die Arbeitsbescheinigung von Ihrem Arbeitgeber und Ihre Bankverbindung mit.

Frau Yilmaz: Wie hoch ist das Arbeitslosengeld?

Beraterin: Das hängt von Ihrem letzten Gehalt ab. In der Regel sind es etwa 60 Prozent Ihres letzten Nettogehalts — oder 67 Prozent, wenn Sie Kinder haben.

Frau Yilmaz: Ich habe ein Kind, also 67 Prozent. Gut zu wissen. Vielen Dank, Frau Hoffmann.

Beraterin: Gern. Wir sehen uns dann in vier Wochen zum nächsten Beratungstermin. Viel Erfolg bei der Jobsuche!

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
sich arbeitssuchend melden to register as a job seeker B1
sich arbeitslos melden to register as unemployed B1
der befristete Arbeitsvertrag fixed-term employment contract B1
das Arbeitslosengeld unemployment benefit B1
die Arbeitsbescheinigung, -en employment certificate (from employer) B1
die Jobbörse, -n job board B1
das Stellenangebot, -e job offer / vacancy B1
das Nettogehalt, Nettogehälter net salary (after tax) B1
die Ansprechpartnerin, -nen contact person (female) B1
anlegen to create / set up (a profile) B1

Grammatik im Dialog: - Damit + Nebensatz: „...damit Sie Arbeitslosengeld bekommen." — Zweck ausdrücken. - Abhängen von + Dativ: „Das hängt von Ihrem letzten Gehalt ab." — Trennbares Verb mit Präposition. - Man + sollte: „Man sollte sich spätestens drei Monate vorher melden." — Allgemeine Empfehlung.

Nützliche Wendungen: - „Was passiert als Nächstes?" — What happens next? (Nach dem Ablauf fragen) - „Das hängt von Ihrem Gehalt ab." — That depends on your salary. (Eine variable Antwort geben) - „Viel Erfolg bei der Jobsuche!" — Good luck with your job search! (Ermutigung)

Verständnisfragen: 1. Warum meldet sich Frau Yilmaz bei der Agentur für Arbeit? 2. Wann muss sie sich persönlich arbeitslos melden? 3. Wie hoch ist das Arbeitslosengeld, wenn man Kinder hat?


Dialog 11: Girokonto für Studenten

Thema: Eine Studentin aus Brasilien möchte bei einer deutschen Bank ein Girokonto eröffnen. Der Berater erklärt den Unterschied zwischen verschiedenen Kontomodellen.

Quelle: Video ab 17:54

Berater: Guten Tag! Herzlich willkommen. Wie kann ich Ihnen helfen?

Frau Santos: Guten Tag. Ich bin seit zwei Wochen in Deutschland und studiere an der Universität Heidelberg. Ich brauche dringend ein Bankkonto, weil mein Vermieter die Miete nur per Überweisung akzeptiert.

Berater: Kein Problem. Haben Sie Ihren Reisepass und Ihre Meldebescheinigung dabei?

Frau Santos: Ja, beides. Und hier ist auch meine Immatrikulationsbescheinigung.

Berater: Perfekt. Als Studentin empfehle ich Ihnen unser kostenloses Studentenkonto. Dafür zahlen Sie keine monatliche Kontoführungsgebühr —, und zwar bis zum Ende Ihres Studiums.

Frau Santos: Das klingt sehr gut. Was ist der Unterschied zu einem normalen Girokonto?

Berater: Beim normalen Girokonto zahlen Sie 4,90 Euro im Monat. Dafür bekommen Sie eine kostenlose Kreditkarte und einen höheren Überziehungsrahmen. Beim Studentenkonto gibt es keine Kreditkarte, aber eine Girocard zum Bezahlen und Geldabheben.

Frau Santos: Kann ich mit der Girocard auch online bezahlen?

Berater: Ja, bei den meisten deutschen Online-Shops funktioniert das. Für internationale Shops empfehle ich zusätzlich ein PayPal-Konto, das Sie mit Ihrem Girokonto verbinden können.

Frau Santos: Gut. Ich nehme das Studentenkonto. Kann ich auch einen Dauerauftrag für die Miete einrichten?

Berater: Natürlich. Das richten wir gleich zusammen im Online-Banking ein. Dann wird die Miete jeden Monat automatisch an Ihren Vermieter überwiesen. Dafür brauche ich die IBAN Ihres Vermieters.

Frau Santos: Die habe ich im Mietvertrag stehen. Hier, bitte.

Berater: Wunderbar. Dann legen wir los.

Nützliche Vokabeln:

Wort/Ausdruck Bedeutung Niveau
die Immatrikulationsbescheinigung, -en enrollment certificate B1
die Kontoführungsgebühr, -en account maintenance fee B1
der Überziehungsrahmen overdraft limit B2
der Dauerauftrag, Daueraufträge standing order (recurring payment) B1
die IBAN International Bank Account Number B1
der Mietvertrag, Mietverträge rental contract / lease B1
überweisen (überweist) to transfer (money) B1
verbinden (mit + Dat.) to connect / link (with) B1
einrichten to set up B1
loslegen to get started B1

Grammatik im Dialog: - Und zwar: „...keine Kontoführungsgebühr —, und zwar bis zum Ende Ihres Studiums." — Genauere Erklärung/Einschränkung. - Kausalkonnektor weil: „...weil mein Vermieter die Miete nur per Überweisung akzeptiert." — Grund angeben. - Dann + Verb an Position 1: „Dann wird die Miete automatisch überwiesen." — Dann als Konnektor mit Inversion.

Nützliche Wendungen: - „Ich brauche dringend ein Bankkonto." — I urgently need a bank account. (Dringlichkeit betonen) - „Was ist der Unterschied zu...?" — What is the difference compared to...? (Vergleich erfragen) - „Dann legen wir los." — Then let's get started. (Zum Handeln übergehen)

Verständnisfragen: 1. Warum braucht Frau Santos ein deutsches Bankkonto? 2. Was ist der Vorteil des Studentenkontos? 3. Wofür möchte sie einen Dauerauftrag einrichten?


Zusammenfassung: Wichtige Vokabeln für Bank und Behörde

Thema Wichtige Wörter
Bank das Girokonto, die Überweisung, der Dauerauftrag, die Kontoführungsgebühr, Geld abheben, den Kredit überziehen, die Bankverbindung, die IBAN
Aufenthalt der Aufenthaltstitel, die Aufenthaltserlaubnis, die Fiktionsbescheinigung, verlängern, die Ausländerbehörde, die Arbeitserlaubnis
Bürgeramt sich anmelden, sich ummelden, die Meldebescheinigung, die Wohnungsgeberbestätigung, das Anmeldeformular, die Steuer-ID
Agentur für Arbeit sich arbeitssuchend melden, der Bildungsgutschein, das Arbeitslosengeld, die Arbeitsbescheinigung, die Weiterbildung, die Jobbörse
Allgemein der Nachweis, die Gebühr, nachreichen, beantragen, ausstellen, aushändigen, einen Termin buchen

Tipp: Übe die Wendungen laut. Bei Behörden und Banken helfen feste Ausdrücke wie „Welche Unterlagen brauche ich?" und „Kann ich das nachreichen?" in vielen Situationen.

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